25. Sept. 2019

Drei Jungs

Im Mukanda-Projekt dreht sich, in Kooperation mit der Ausstellung
 
„Fiktion Kongo“ im Museum Rietberg, alles um Initiationsrituale:
 

 
Ausgehend vom Motiv des kongolesischen Mukanda Camps, in das Jungs
 

 
gehen, um zu Männern zu werden, wollen wir aktualisierte, eigene Camps
 

 
oder Riten entwerfen. Die Jungs aus der Klasse denken sich ein Jungscamp
 

 
aus, die Mädchen ein Mädchencamp. Also fragten wir uns: Was muss man
 

 
lernen heutzutage als junge Frau? Motorradfahren? Warum nicht. Putzen
 

 
und kochen? Irgendwie schon, aber nur, wenn man hinterher nicht alleine
 

 
dafür zuständig ist. Ganz sicher aber: Mit Geld umgehen, man selbst
 

 
bleiben, Machos vermeiden, den eigenen Träumen folgen, Verantwortung
 

 
übernehmen. Die Veränderungen des Körpers verstehen.

Unser Brainstorming wird deutlich erleichtert durch dem Umstand, dass die Klasse aufgeteilt wurde. Wir sind also unter uns, während wir überlegen, was es eigentlich heisst, ein Mädchen, eine junge Erwachsene oder eine Frau zu sein. Niemand grölt, wenn jemand Mens oder Brüste sagt. Aber obwohl Jungs
 

 
ziemlich nerven können, sind sie trotzdem unverzichtbar, wie die Texte
 

 
zeigen, die in der Vorstellungsrunde entstanden sind. Die Aufgabe war,
 

 
einen Text zu schreiben, der beginnt mit: Wenn ich ein Buch wäre…
 

 

 
…wäre ich ein Roman. Mein Cover wäre rosa und mein Titel: Die drei Jungs.
 

 
…wäre mein Cover lila. Der Titel wäre: Die zwei Verliebten.
 

 
…wäre ich ein dickes blaues Buch, in dem gruselige, traurige und
 

 
romantische Sachen passieren.
 

 
…wäre ich positiv, düster und lebensfroh aufgebaut.
 

 
…würde ich von anderen Menschen handeln und von mir selbst.
 

 
…würde ich meine Leser zum Lachen bringen.
 

 
…würden vielfältige und allerlei Gefühle vorkommen.
 

 
…wäre ich ein Liebesroman. Es würde darum gehen, dass zwei sich lieben,
 

 
aber es nicht merken. Die Freunde wollen sie dann verkuppeln. Ob es
 

 
klappt, erfährt man in Band zwei.
 

 
…wäre ich langweilig mit einigen Überraschungen.
 

 
…wäre ich eine Abenteuergeschichte.
 

 
…wäre ich ein Fantasy-Roman.
 

 
…wäre ich ein Roman, weil ich auf Romantik stehe.
 

 

 
(Die Illustrationen auf dem Foto stammen aus dem Buch „Wenn ich ein Buch
 

 
wäre“ von José und André Letria, Midas Collection, 2016)

Regina Dürig schreibt mit den Mädchen der Klasse 1. Sek B, Kappeli.

Projekt Nr. 120- "Mukanda" Klasse 1.Sek B (Lehrerin: Maria Loiacono), Schule Kappeli. Schreibcoaches: Regina Dürig, Daniel Mezger. In Zusammenarbeit mit dem Museum Rietberg.

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