Das letzte Mal



Nachdem er mir zum letzten Mal die Hand geschüttelt hat, wischt er sich eine imaginäre Träne aus dem Auge. Er blickt dabei ernst, so ernst wie der Gangster, der er manchmal gern wär, den er aber stattdessen in die Geschichte hineingeschrieben hat, wo ihn seine ganze Klasse stärker und grösser und böser und schöner machte, als er es allein je gekonnt hätte.


Eine Viertelstunde vorher sassen wir unten im Lesesaal des JULL, auf der Bühne waren zwei Mädchen und einer der kleineren, stilleren Jungs, die einzigen in der Klasse, die den Mut aufbrachten, die Geschichte des Gangsters Russki vorzutragen vor einem spontan zusammen gekommenen Publikum aus einer anderen Schulklasse und dem Team vom JULL.


Wir sehen uns ja nochmal, bei der Probe für die Abschlusslesung, sage ich, er sagt jaja, und sieht weg, und dann kommt die nächste Hand und die nächste, und die nächste und ich sehe die Hände an, und die Gesichter, und dann wieder die Hände, und ich denke, mit dem Schreiben ist es für heute vorbei.

Projekt Nr. 116- "Neue Seldwyler Geschichten" Klasse 2. Sek Bb (Lehrerin: Valentina Demaj), Schulhaus Buhnrain. Schreibcoach: Heinz Helle. Im Rahmen von 200 Jahre Alfred Escher & Gottfried Keller, unterstützt vom Lotteriefonds des Kantons Zürich.


JULL Junges Literaturlabor, 

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