Erzählung an Satan




„Hey, ich bin Sora, 16 und ich hasse mein Leben,“ sagte ich dem sogenannten Satan. Er gab mir ein teuflisches Lächeln. „Ach? Wie schön, dich kennenzulernen“, sagte er und wollte mich umarmen, doch ich ging einen Schritt zurück. „Komm nicht näher“, sagte ich mit einem geekelten Gesicht. „Na gut, also erzähl, was du falsch gemacht hast und wir haben einen Deal“, gab er als Antwort, nachdem seine Umarmung fehlgeschlagen war, und ich begann zu erzählen. "Es war Montag, sieben Uhr, mal wieder Schule. Ugh, keine Lust!“, sagte ich, meiner Stimme war anzumerken, dass ich keine Motivation hatte. Ich ging in die Küche und machte etwas Kleines zum Essen. Dann nahm ich meine Tasche und ging raus. Ich erreichte die Schule und da begann meine kleine Lüge: Meine Lehrerin kam zu mir und fragte: „Wo sind deine Hausaufgaben, der Aufsatz?“ „Ach, der? Mein kleiner Bruder hat ihn genommen, weil sie in der Schule Aufsätze der grossen Geschwister zeigen mussten“, log ich. Ein kleiner Bruder existierte nämlich gar nicht. Mrs Jane sah mich kurz misstrauisch an, nickte dann nur und ging. „Ach, war das einfach, wie immer“, dachte ich und seufzte. Endlich war die Schule fertig. Ich ging nach Hause, doch was als nächstes passierte, hatte ich nicht erwartet: Ich wollte die Strasse überqueren, als mich ein Auto Vollgas überfuhr. „Ach, endlich der Tod, wie schön“, dachte ich mit einem uninteressierten Gesicht. Als Geist sah ich, wie die Ärzte alles probierten, um mich zu retten, doch nope, sie schafften es nicht. Ich habe mein ganzes Leben lang nur gelogen, da mich das Leben einfach nicht interessiert. 16 Jahre musste ich leiden, indem ich lebte, also warum nicht einfach lügen?“ So beendete ich meine Erzählung an Satan. „Und wegen diesem langweiligen Scheiss bist du in der Hölle?“, fragte er. Ich nickte uninteressiert. Satan seufzte.


M.D.


143 - "#PerGünnt III" Klasse 3. Sek c (Lehrerin: Rahel Suter Kramer), Schulhaus Waidhalde. Schreibcoach: Renata Burckhardt. In Kooperation mit dem Opernhaus Zürich. In Kooperation mit dem Opernhaus Zürich.

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