Kurz nach 18.30 Vorleserunde
- vor 6 Tagen
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Ein Stadtbeobachter sucht noch immer nach dem „Character Moment“, er schreibt gerade einen sehr persönlichen Text von der 1. in die 3. Person um.
Die Stadtbeobachterin neben ihm ist noch eine Stufe davor, sie sucht nach Situationen, in denen du dich nicht (!) fragen solltest, was die anderen über dich denken: zu Saisonbeginn halbnackt in der Badi, in einer neuen Schulklasse, zu früh auf einer Party oder mit der falschen Tasche ausgerüstet. Die Liste wird lang, die anderen Stadtbeobachter*innen am Tisch steuern sofort weitere Beispiele zu ihrer Sammlung bei.
Ein Stadtbeobachter hat anderthalb Stunden mit der Schreibmaschine gekämpft, hat sie auf unterschiedliche Töne für seinen Rapsong, den er im Sinn hat, abgeklopft. Ergebnis: Er will das nächste Mal kürzere Zeilen schreiben.
Und eine Stadtbeobachterin hat über Catcalling-Momente nachgedacht, weil sie neuerdings mehr mit dem Tram als mit dem Velo unterwegs ist. Da seien oft Gruppen von Jungs unterwegs, in einem Auto, sie lassen die Scheiben runter – und dann?
Wir sprechen darüber, was die Stadtbeobachterin im echten Leben nicht kann, aber in der Literatur schon: Stinkbomben ins Auto werfen, den Finger zeigen, Schlötterli anhängen.
Lesen: www.stadtbeobachter-innen.ch
Wer bei den Stadtbeobachter*innen schreibend vorbei schauen möchte, meldet sich bitte an (office@jull.ch).
JULL-Projekt 45 - Stadtbeobachter/innen - Jugendliche beschreiben ihr Zürich. Schreibcoaching und Redaktion: Gina Bucher. Die Texte der Stadtbeobachter/innen finden Sie auf: www.stadtbeobachter-innen.ch.





