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Viele Fragen und Nastasija




Die Stadtbeobachter*innen sind aufgewühlt. Sie erzählen von Gesetzen, die sich verpulverisieren und neuen Landkarten. Von Werten, die sie in der Schule lernen und nicht mehr zu gelten scheinen. Sie haben viele Fragen, auf die ich keine Antworten weiss. Schliesslich beginnen sie zu schreiben, heute alle drei mit Stift und Papier. Irgendwann stockt einer und zögert zu sagen, was ihn beschäftigt. Schliesslich sagt er: Nichts gegen Menschen über 50, aber … Mit diesem Satz beginnt er so oft, bis die anderen zu lachen beginnen und sagen: Wir wissen schon, was du meinst. Ein anderer liest eine Szene aus Dostojewskis Idiot vor, die er in die Sprache von heute übersetzt. In der Szene sitzt er auf dem Anwesen eines Fürsten vor dem Kamin. Wir fragen uns: Was ist der Kamin, wer der Fürst von heute? Sitzen sie vielleicht auf der Jacht eines Tech-Milliardärs? Worauf schnell Epstein und Trump ins Geschehen rücken und die Geschichte wild wird. Obwohl es doch eigentlich um Nastasija geht, „der coolste Character ever“. Wir reden über Männlichkeit in der Politik, über Huxleys „Die Zeit der Oligarchen“, Democracy now, die Tagesschau und Maduros Jogginganzug. Wir sprechen heute nicht über Grönland. Dann verabschieden wir uns, bis in zwei Wochen – worüber werden wir dann schreiben?

 

Die Stadtbeobachter*innen treffen sich das nächste Mal am 21. Januar von 17 bis 19 Uhr. 




Wer bei den Stadtbeobachter*innen schreibend vorbei schauen möchte, meldet sich bitte an (office@jull.ch).


JULL-Projekt 45 - Stadtbeobachter/innen - Jugendliche beschreiben ihr Zürich. Schreibcoaching und Redaktion: Gina Bucher. Die Texte der Stadtbeobachter/innen finden Sie auf: www.stadtbeobachter-innen.ch.


 
 
 

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