Run & Write - Schreibwettbewerb*: Schreibe deinen ganz persönlichen SOLA-Bericht

Ein Remix aus einigen der Siegertexte 2017

von Nicola Haggenmacher, Gunnar Jeschke, Sandro Murchini, Johannes Sarnthein, Harald Winteler

"Endlich. Es war mein dritter Versuch. Die ersten zwei hatten nur, nun, durchwachsenen Erfolg. Klar, angekommen bin ich jedes Mal, doch eben etwas unter meinen Möglichkeiten. (Johannes Sarnthein)

Auf dem Weg zum Startgelände begegnete ich einem SOLA-Neuling. Er fragte mich, ob dies meine erste SOLA sei, geschmeichelt antwortete ich, nein, meine 32-igste. (Harald Winteler)

Letztes “Angstbisi”, kehre in die Übergabezone zurück, treffe meinen Vor-Vor-Vorgesetzten. (Nicola Haggenmacher)

Dann sagte ich, wie früher alles besser war, es hat noch nach Dul-X gerochen in den Kabinen, die Stimmung sei wettkampfmässig ehrgeizig gewesen, man habe sich vor dem Rennen noch nervös eingelaufen, und auch das Outfit sei ganz anders gewesen, Trainerhosen, Leibchen, das nach den ersten paar Kilometern platschnass und extrem ungemütlich zum Tragen wurde.(Harald Winteler)

Ich gratuliere ihm kurz zu seinem Lauf, er wünscht mir zu meinem alles Gute. (Nicola Haggenmacher)

Er hat mich nur so komisch angeschaut mit seinem funktionellen Sportsoutfit, dem iPhone mit Kopfhörer und Runtastic App, die ihm alle Kilometer jeweils die Zeit angibt. (Harald Winteler)

 

Wir scherzen noch kurz, er wirft mir vor fremd zu gehen weil ich in einem Hochschul-fremden Team laufe, ich kehre den Spiess um und finde, mit einem anderen Institut zu laufen sei wohl das Hinterletzte. Ich bin aber nur halbherzig dabei, mit einem Ohr höre ich dem Speaker zu, der die Nummern der ankommenden Läufer ausruft. (Nicola Haggenmacher)

Dann hörte er die Startnummer seines Vorläufers, er stürmte weg, ich wünschte ihm alles Gute… (Harald Winteler)

Nur noch wenige Minuten bis zur geplanten Übergabezeit. (Nicola Haggenmacher)

 

 …und sagte mir innerlich: den hole ich ein! (Harald Winteler)

Die Strecke 9 ist nichts für Feministen. Sie beginnt zwar unscheinbar als Waldlauf. Danach wechseln sich Abschnitte auf Asphalt und Naturboden ab. Im letzten Drittel ähnelt sie mit dem Aufstieg durch die Hohle Gasse auf den Wassberg gar einer Bergetappe. (Sandro Murchini)

Das erste Mal habe ich meinen Stab erst sehr spät bekommen, das Feld war schon lange vor mir weg. Ich genoss den Lauf durch die blühenden Wiesen und den zartgrünen Wald. Ein kurzes Stück auf einer idyllischen Dorfstrasse gesäumt von Riegelhäusern, ein paar Kindern, die uns letzten aufmunternd zuwinken. (Johannes Sarnthein)

Übergabe, Stab um das rechte Handgelenk rollen, stopp, auflesen, zweiter Versuch: diesmal klappt es, los! Blick auf die Uhr 9:13, sie geht 2 Minuten vor – macht 9:11 – Übergabe also exakt nach Plan. (Nicola Haggenmacher)

Leider kam mein Partner später als erwartet und so musste ich beinahe 10 Minuten auf die 11 Kilometer einholen. 

Schaffe ich locker, dachte ich, wenn ich nicht bereits am Start wertvolle Minuten verloren hätte durch das Runtastic-App-Start-Drücken auf dem iPhone, das in einer blöden Hülle steckte, deren Reisverschluss ich nur mit äusserster Mühe zubrachte aufgrund der kürzlich erstandenen super komfortablen Gleitsichtbrille. (Harald Winteler)

Kilometer 2, Blick auf die Uhr 9:27, minus 13 macht 14…Was? Ich laufe mir die Seele aus dem Leib, um bei einem Drittel der Strecke bereits die Hälfte der vorgesehenen Zeit verbraucht zu haben? (Nicola Haggenmacher)

Nach diesem Manöver war mein Puls bereits im roten Bereich, so bei 130, und noch hatte ich nicht den Wald erreicht. Nun musste ich aber langsam etwas Tempo machen, dachte ich, sonst hole ich diesen Neuling nie ein. (Harald Winteler)

Dabei habe ich sogar ein gutes Gefühl. Kontrollblick 9:22, ah da hatte wohl ein Regentropfen die Zahlen verwischt. Also irgendwas zwischen 8 und 9 Minuten, gut so.

Harald Winteler: Ich wurde von vielen Läufern in der Startphase überholt, dies ist logisch, die starten alle zu schnell, werde ich schon noch einholen.

Verpflegung, nur Wasser um den Mund zu spülen, bei dem Wetter hat man keinen Durst. Einen Schluck nehmen, den halben schlucken, Rest spucken, Becher in den Korb. Vorbei am Verkehrskadetten, gleiches Gesicht wie letztes Jahr, wird der denn nie älter? Ich meine, der ist doch noch voll im Wachstum… (Nicola Haggenmacher)

Leider wurde ich aber bis nach Forch ständig von Läufern überholt, auch für dies gibt's aber eine logische Erklärung. (Harald Winteler)

Kilometer 3, 9:25, minus 11 macht 14 mal 2 gibt 28, ah nein: meine Uhr geht ja vor, also minus 13 mal 2 gibt dann 24; plus das Schlussstück, ich bin auf Kurs.

Harald Winteler: Die schnellen Läufer sind eine halbe Stunde später gestartet und müssen uns Langsame darum überholen.

Im flachen Zwischenstück laufe ich in der Mitte und lasse beidseitig Läufer um Läuferin stehen. (Nicola Haggenmacher)

Ich renne gerne und in meinem Tempo, überhole dann und wann und werde dann und wann überholt, aber meistens bin ich allein. (Johannes Sarnthein)

Und so joggte ich durch den Wald, genoss die angenehmen Temperaturen und kam sogar langsam in einen Runners High Flow. (Harald Winteler)

Einmal höre ich ganz schnelle Schritte von hinten und gleich darauf zieht eine kurze Chinesin an mir vorbei, uneinholbar. Im vorletzten Waldstück überholt mich ein Schneller rechts. Ich versuche mitzuhalten für eine Weile. (Johannes Sarnthein)

Bisher hat niemand versucht sich anzuhängen, das würde demjenigen beim Steilstück dann sowieso vergehen. Ist aber auch gut so, da kann ich die Psychotricks zum Abschütteln in der Schublade lassen. (Nicola Haggenmacher)

Nach dieser Weile suche ich nach der nächsten Markierung. Die kommt nicht. Die Weile wird länger. An der nächsten Wegkreuzung sehe ich wieder den Schnellen, wie er unschlüssig einmal links einmal rechts probiert. Er ist ein Schweigsamer und verschwindet im Grün. Irgendwann stellt sich heraus, dass wir beim Überholen beide die scharfe Rechtskurve verpasst haben. (Johannes Sarnthein)

Früher war dieser Flow bei deutlich höheren Laufgeschwindigkeiten, aber Flow ist Flow, und ich genoss es. (Harald Winteler)

Dieses Team fragt mich im nächsten Jahr nicht mehr an.

Nicola Haggenmacher: Da, eine grössere Gruppe: einmal tief aus- und einatmen, überholen!

Dieses Team fragt mich im nächsten Jahr nicht mehr an.

Harald Winteler: Beim Runterlaufen überholte ich jeweils die Läufer, die mich beim Hinauflaufen dann wieder überholten. Und so entstand ein Status Quo und ich hatte meinen Platz gefunden.

 

Für meine zweite Sola hat mich ein Freund angefragt. Ich möchte alles gut machen. Bekomme wieder die gleiche Strecke. Jetzt werde ich mich nicht verirren. Plane die Anreise ganz genau. (Johannes Sarnthein)

Kilometer 4, 9:30 macht 17 Minuten, habe ein gutes Gefühl, zum Hochrechnen reicht es nicht mehr. Wird wohl keine Spitzenzeit aber bestimmt auch nicht schlecht. (Nicola Haggenmacher)

Auf dem Weg bringe ich die Kinder noch zum Geigenvorspiel; sie hätten auch alleine fahren können, aber bei mir setzt sich das Gefühl durch, präsent sein zu wollen, für einmal den Platz des sorgenden Vater in ihrem Gedächtnis zu erobern. Das war ein Fehler. (Johannes Sarnthein)

Nach gut einer Stunde tauchte bereits das Denkmal oberhalb der Forch auf. (Harald Winteler)

Wie ich mich dem Übergaberaum nähere, höre ich schon durch den Lautsprecher meine Nummer. Das Team meines Freundes war einfach unheimlich schnell. Mein Vorläufer ist Italiener, die sind sozialkompetent. Ich schaue mir seinen Gesichtsausdruck nicht zu genau an, sondern renne sofort los. (Johannes Sarnthein)

 

Wenige Meter vor dem Ziel entpuppt sich diese Strecke als die eine Neuauflage des Römischen Triumphzuges. Die nachfolgende Strecke 10 ist eine Damenstrecke, das heisst, es sind nur Frauen zugelassen. (Sandro Murchini)

 

Es ist wieder schön, die Wiesen, der Wald, das Dorf, die Strecke ist sehr gut geführt. (Johannes Sarnthein)

In einem, aus meiner Warte, horrenden Tempo, das für die Zuschauerinnen es wohl anders gewirkt haben muss, alles ist relativ, raste ich an diesem Denkmal vorbei… (Harald Winteler)

Das Forchdenkmal – ein fast 20 Meter hohes Ungetüm aus Metall, das an verstorbene Wehrmänner im Ersten Weltkrieg erinnert. In der Form einer haushohen, lodernden Flamme würdigt es die im Krieg gefallenen Soldaten aus dem Kanton Zürich – und einmal im Jahr markiert es für jeden wehrhaften SOLA-Läufer das Ende der zermürbenden Schlacht und den Beginn des triumphalen Einmarsches als siegreicher Krieger… (Sandro Murchini)

 

…und runter gings in die Forch hinein. (Harald Winteler)

 

Dies schafft für die Läufer auf Strecke 9 einen einmaligen Anblick: Wie sie nach der letzten Kurve auf die Schlussgerade einbiegen, haben sie freie Sicht auf einen Parkplatz voller Frauen, die sich alle sehnsüchtig ihre Ankunft herbeiwünschen! (Sandro Murchini)

Schlussanstieg. Die Strecke zweigt von der Waldstrasse auf einen Weg ab, es ist schlammig. Zum Glück habe ich vor dem Start noch von den leichten auf die griffigen Schuhe gewechselt, das zahlt sich nun aus. (Nicola Haggenmacher)

Ich habe trainiert und renne genau an meiner Leistungsgrenze, ein grosses Vergnügen. Die scharfe Rechtskurve nehme ich jetzt natürlich locker. Doch wer kann es dem Freund verargen, dass er das nächste Jahr doch lieber seine Frau anfragt? (Johannes Sarnthein)

 

Sandro Murchini: Mit ausgestreckten Händen warten 1000 Läuferinnen im Stehschritt, voller Anspannung, der Blick fixiert auf die geschwellten Brustkästen ihrer Vorläufer, die einer nach dem anderen auf sie zu rennen.

 

Ich stürmte in das Zielgelände und winkte meiner Partnerin zu. Sie war überrascht, kam ich doch 8 Minuten früher als vor einem Jahr. Stolz gab ich ihr den Bändel und sie stürmte weiter. (Harald Winteler)

Auch dieses Team fragte mich im nächsten Jahr nicht mehr an. (Johannes Sarnthein)

Steil geht es hoch, mal muss ich rufen, um freie Bahn zu kriegen: die meisten gehen nur noch, ich springe den Berg hoch. Das Warm-Up ist endlich beendet, jetzt zeigt sich, wer King of the Mountain ist, der Tiger in mir knurrt. (Nicola Haggenmacher)

Meinen SOLA-Neuling entdeckte ich bei den Kleiderwagen, wir gratulierten uns gegenseitig, er war genau gleich schnell gewesen. Dies erfüllte mich mit Stolz. (Harald Winteler)

Dennoch beginnen langsam aber sicher die Beine so richtig zu schmerzen an. Ich lasse mir ihr Lächeln vor dem inneren Augen durchziehen, nur so lange bis der Schmerz verschwindet. Die Treppen warten. (Nicola Haggenmacher)

Ich muss aber zugeben, dass ich betreffend Outfit in der Zwischenzeit doch auch mit der Zeit gegangen bin. (Harald Winteler)

Weiter! (Nicola Haggenmacher)

Mit nassem schwerem Leibchen und 80-er Trainerhosen… (Harald Winteler)

Weiter! (Nicola Haggenmacher)

…wäre eine Zeit unter einer Stunde nicht mehr möglich gewesen. (Harald Winteler)

Weiter! (Nicola Haggenmacher)

Ich fasse zusammen: 1000 Frauen warten ungeduldig auf schwitzende Männer. Was nach einer Kulisse für den Film Gladiator tönt, inszeniert die SOLA auf der Forch jedes Jahr aufs Neue. Der Wechsel von der Etappe 9 zur Etappe 10 ist eine Zeitreise ins Alte Rom. (Sandro Murchini)

Die junge Frau in der Forchbahn, die sich wünscht, im Trockenen bis Egg zu kommen. Und dann mir, dass meine Vorläuferin schnell ist. Gutes Kuchenangebot in Egg, geht jetzt aber nicht. Wasser. Noch mal Wasser. Die schnelle Läuferin, die zehn Minuten auf ihre Ablösung warten muss. Die andere, die eine Minute warten muss und ihre Ablösung mit einem freundschaftlichen Klaps zurechtweist. Da ist Irina und hat es im Trockenen geschafft. (Gunnar Jeschke)

Ja, Strecke 9 gibt uns für einen Moment das Gefühl, Cäsar zu sein! Und das liegt daran, dass zwei von 14 SOLA-Strecken obligatorische Damenstrecken sind, Strecke 1 und 10. Damit erklärt sich auch, weshalb die Strecke 9 fast nur von Männern gelaufen wird.

Gunnar Jeschke: Ist das zu schnell für den Anfang?

Doch jetzt mal ehrlich: Sind Damenstrecken – wie das Wort selber – nicht überholt? (Sandro Murchini)

Oder doch zu langsam? (Gunnar Jeschke)

Müsste man diese Kategorie nicht öffnen? (Sandro Murchini)

Sollte das hier nicht wieder flacher werden? (Gunnar Jeschke)

Für Männer oder zumindest für Prominente? (Sandro Murchini)

Warum überholen die mich alle? (Gunnar Jeschke)

Sind Sonderregelungen für Frauen noch zeitgemäss? (Sandro Murchini)

Es wird flacher, Gott sei Dank. (Gunnar Jeschke)

Oder sehe ich alles verkehrt? (Sandro Murchini)

Ach so, ich bin ja Atheist. (Gunnar Jeschke)

Sind Damenstrecken womöglich gar empowering? (Sandro Murchini)

Und warum überholen die mich alle im Flachen? (Gunnar Jeschke)

Sportvarianten der weltweiten Women’s Marches? (Sandro Murchini)

Die Hochwacht, endlich die Hochwacht! (Gunnar Jeschke)

Sind pinke Leibchen im Grunde atmungsaktive pussy hats? (Sandro Murchini)

Ging es nicht im vorigen Jahr nach der Hochwacht bergab? (Gunnar Jeschke)

Und bin ich eigentlich der Einzige, dem das alles auffällt? (Sandro Murchini)

Warum überholt mich die Läuferin von La Belle Equipe? (Gunnar Jeschke)

Fragen über Fragen und ich habe soeben Kilometer 9 hinter mir gelassen. (Sandro Murchini)

((Stille))

Passt eigentlich. (Gunnar Jeschke)

Es heisst, Ausdauersport erhöhe die Denkleistung. (Sandro Murchini)

Der Regen ist gar nicht so unangenehm. (Gunnar Jeschke)

Schwer zu sagen, ob es sich um eine Leistung handelt. (Sandro Murchini)

Der Wind schon. Glitschig hier. (Gunnar Jeschke)

Fest steht: Die Sola gibt mir dieses Jahr zu denken. (Sandro Murchini)

Oh, der hat sich übernommen! (Gunnar Jeschke)

Danke Sola! (Sandro Murchini)

Hoffentlich erholt er sich. (Gunnar Jeschke)

((Stille))

Aber jetzt, der dritte Anlauf. Eine Arbeitskollegin hatte mich im Lift gefragt, ob ich renne. (Johannes Sarnthein)

Immer noch ein schöner Tobel. Toblerone. Toblerone. (Gunnar Jeschke)

Ich habe eine Weile gebraucht, um zu merken, dass sie keinen Termin meint sondern die Sola. Gerne nehme ich an. (Johannes Sarnthein)

Hätte vorher etwas mehr essen sollen. (Gunnar Jeschke)

Ich wusste, dass es besser gehen kann. Habe trainiert. (Johannes Sarnthein)

Schlussanstieg nach Zumikon. Na, ganz frisch sind die anderen jetzt auch nicht mehr. (Gunnar Jeschke)

Und eine erste Hürde konnte ich schon im Vorfeld nehmen, durch das Studium der Streckenunterlagen, auf denen stand „nur Damen“. Daraufhin habe ich eine kürzere Strecke bekommen, durch meinen Hauswald. (Johannes Sarnthein)

Zeitmessung. Zeitmessung. Zeitmessung. (Gunnar Jeschke)

Es lief wie bei den anderen 1000 Teams auch. Stab bekommen, gelaufen, Stab abgegeben. (Johannes Sarnthein)

Glück auf den Weg, Frauke. (Gunnar Jeschke)

Als Bonus im Zielraum die Frau des Freundes getroffen und gemütlich plaudernd das Extratram nach Hause genommen. (Johannes Sarnthein)

Danke Sola! (Sandro Murchini)

Ich freue mich auf das nächste Jahr. (Johannes Sarnthein)

The End.

 Tagebuch++++++++++++ 

18.11.2019

15.11.2019

06.11.2019

Please reload

Ein Remix aus einigen der Siegertexte 2016
von Beat Hess, Peter Greutmann, Martina Melcher, Sandro Murchini, Kathrin Probst

 

"Heute wird alles anders", geht mir durch den Kopf, als ich am Tag der SOLA aufwache. Im Verlauf des Samstags wird sich nicht nur meine Vorahnung bewahrheiten, nein - die SOLA wird Shakespeare übertreffen und ich etwas Wichtiges über das Leben lernen: Die Ersten sind nicht die Besten. Oder, traue keinem grünen Wald. (Sandro Murchini)

Der Tag ist da. Schon im Tram Läuferinnen und Läufer mit Sola-Startnummern. Erste  Vergleiche. Ich, nicht ganz untrainiert aber doch schon etwas älter, kann ich da mithalten? Der schweigende Marsch zur Übergabestelle Buchleren. Und dann ein mulmiges Gefühl. Horden von durchtrainierten Leibern. Triathlon-Leibchen betonen muskulöse Oberkörper. Daneben Finisher-T-Shirts von Marathons. Sehnige Bergläufer. Asketische Männer mittleren Alters. Und mittendrin ich. Ein paar Kilo zu viel. Sich nichts anmerken lassen, aufwärmen. (Beat Hess)
   
Tram Nr. 6 bis Zoo, habe ich mir notiert. An der Haltestelle Central sehe ich die ersten Startnummern, gut sichtbar vorne am Körper angebracht. Meine steckt noch im Rucksack. Im Tram stürze ich mich auf einen freien Sitzplatz, es bleiben genau vierzehn Minuten, um eine am Vortag gekochte Portion Penne an Tomatensauce zu verzehren. (Kathrin Probst)

 

Ja, die Mittagszeit ist nicht so mein Ding... zum Laufen... und ja, ich bin Flachlandläuferin...  und nicht mehr so aktiv wie früher... lauf ich zu schnell? ... aber irgendwie sollte ich ja schon Gas geben... denn, cool, darf ich als Externe ‚für’s kispi’ laufen... (Martina Melcher)

 

Zumikon, 21. Mai 2016, 15.40 Uhr. Blick zur Uhr. Noch 3 Minuten bis zum Start. Wird er tatsächlich in drei Minuten kommen, mein Vorläufer? Nervöser, sehr nervöser Blick nach Innen. Habe ich mich genug eingelaufen? Oder doch zu wenig, sodass ich den ersten Kilometer brauchen werde, nur um richtig auf Touren zu kommen? Oder waren die 1,5km schon zu viel des Warmups – und einige Körner in übermotivierter Kopflosigkeit vergeudet? Wie geht’s eigentlich dem Blutzucker? (Peter Greutmann)

 

Massenausstieg beim Zoo, ich dränge mich vor, suche nach einer Garderobe. Finde eine, die ich ganz für mich habe. Entweder sind bereits alle umgezogen, oder ich habe die falsche Garderobe erwischt. Shorts, ärmelloses Shirt, es wird heiss werden heute. Sonnencrème auf die Schultern, das freie Rückenstück, die käseweissen Beine. Schnürsenkel gut zubinden. Die Haare im Pferdeschwanz, der sich beim Rennen unermüdlich hin und her bewegen wird. Auf die Toilette. Für einmal ist die Schlange vor der Damentoilette kürzer als die vor der Herrentoilette, toll. (Kathrin Probst)

 

Ich bin zum sechsten Mal dabei. Zum vierten Mal renne ich die Strecke 9, eine der längeren Etappen. Der Grund, weshalb ich diese Strecke bevorzuge, hat nichts mit der Distanz zu tun. Ich mag, dass sie zeitlich auf den früheren Nachmittag fällt. Meines Erachtens eine ideale Tageszeit für Sport. Sich auf den Strecken 1-7 abzumühen, ist für mich unvorstellbar. Ertüchtigung innerhalb von vier Stunden nach dem Aufwachen empfände ich als einen Angriff auf meine persönliche Integrität. Fragt man mich, weshalb ich die Strecke 9 wähle, sage ich: «Ich bin mehr der Langstreckenläufer.» So viel zum Thema Aufrichtigkeit im Sport. (Sandro Murchini)

 

Den vollgestopften Rucksack zum Gepäck stellen, das auf den Transport wartet. Erneut bei einem Wasserhahn vorbeigehen, kaltes Wasser die Kehle herunterlaufen lassen. An der Übergabestelle haben sich bereits grosse Trauben gebildet, aber vom Irchel her sind noch keine Läufer eingetroffen. Aufwärmen, auch wenn mir schon jetzt heiss ist. Ein paar Froschhüpfer, der Atem beschleunigt sich, eine leichte Nervosität kommt auf. (Kathrin Probst)

 

Nur noch zweieinhalb Minuten. Oder ist etwa mein Zeitplan Quatsch? Makulatur, weil ein Ersatzläufer 25 Minuten länger hatte auf seiner Strecke als gemäss Marschtabelle – so geschehen im letzten Jahr? Unwillkürlich läuft der legendäre, innere Todessturzfilm ab: Im Januar die erste Mail für die SOLA 16, Anfrage bei meinen Topläufern, ob sie vielleicht bitte bitte bitte auch in diesem Jahr... ---- Zusagen. Yeah! Im Februar dann wieder ----- Absagen. (Peter Greutmann)

Einstehen nun, damit ich den Vorläufer nicht verpasse. Die ersten sind angekommen, Nummern werden ausgerufen, knallgelb leuchtende Bänder weitergereicht, man klopft sich kurz auf die Schultern, ruft sich etwas Nettes zu. Wo bleibt der Vorläufer? Er sollte längst hier sein. Die Nummern überschlagen sich, ich weiss überhaupt nicht mehr, auf welche ich hören soll. (Kathrin Probst)

Nur nicht aufgeben, noch einmal 10 Mails, 20 Mails. Endlich ist das im April Team komplett. Ein Speedteam. Yeah! Endlich kann ich den Zeitplan ausarbeiten, hier eine Minute mehr, dort eine weniger. Gefühlte 50 Versionen, bis – endlich - alles stimmt. Stimmt alle? (Peter Greutmann)

 

Mein Team hat die Nummer 123. Wir heissen BBZ M&A. Strecke 9 ist die zweite Etappe nach dem Neu-Start um die Mittagszeit. Wir starten in der langsameren Gruppe, vom ASVZ zweideutig als Gruppe L bezeichnet. Wir sind eine gemischte Truppe, manche zum ersten Mal, andere seit den Anfängen der SOLA dabei. Für den folgenden Bericht ist nur ein Fakt von Bedeutung: Mein Vorläufer Mario ist Superman. Er wird als einer der Ersten in der Fluntern, von wo ich starte, einlaufen. Dies ist das exakte Gegenteil von dem, was ich mich gewohnt bin. In den Vorjahren belegten meine Vorläufer meist Plätze am hinteren Ende der Rangliste. Meine Aufgabe war es, aufzuholen. Doch dieses Jahr wird alles anders. (Sandro Murchini)

Noch zwei Minuten. Ein Blick in die Runde. Gelöste Stimmung bei den einen, rechts läuft sich ein drahtiger Senior ein, links eine langbeinige Blondine. Andere sind aber auch nervös – da besteht kein Zweifel. Einer hat mir auf dem Weg zum Start sogar noch erzählt, er habe bei seinem letzten Lauf nach 500m Durchfall bekommen. Ist das ein gutes Omen? Wahrscheinlich nicht. (Peter Greutmann)

Wie froh bin ich, meinen Vorläufer souverän und sofort erkannt zu haben... gut war ich so mega früh vor Ort.. nichts ist peinlicher als einzulaufen und niemand nimmt kommt einem entgegen... hat man mir gesagt...

All diese Sätze im Kopf.  Wie früher bei Tom & Jerry. Engel und Teufel als kleine Symbole über deren Köpfen. Im Zwiegespräch. Jeder wollte die Führung übernehmen. (Martina Melcher)

Die anderen sind sicher schneller als ich – warum nur habe ich nicht noch mehr trainiert? Dabei war ich doch drei bis vier Mal pro Woche am Laufen – Grundlagenausdauer, Tempoläufe, Kraftausdauer am Berg... Warum nur sind die anderen einfach schneller? Sind sie es? Ja! Das sieht man doch. (Peter Greutmann)

Ich bereite mich seit Wochen mental darauf vor, als einer der ersten den Startblock zu verlassen. Ich werde der Typ sein, der schon lossprintet, während der Rest noch angespannt auf die Gspändlis wartet oder auf der Wiese Dehnübungen macht. Bei diesem Gedanken ist mir nicht ganz wohl. Wie alle Breitensportler habe ich eine feste Vorstellung von der Zusammensetzung eines Winner-Teams: Leichtfüssige Antilopen und windige Gazellen mit aerodynamischen Kurzhaarschnitten und Druckstellen-optimierten running-socks. Heute werde auch ich - mit meinen Freitzeitsocken aus dem 3-er Pack - für den Moment einer Stabsübergabe Teil dieser Spitzengruppe sein. (Sandro Murchini)

Noch eine Minute. Wie in einer Fata Morgana sehe ich ihn um die Ecke laufen, Übergabe des Stabes, eine imaginierte Erlösung, dann wird der Puls hochgehen. Wobei: Allzu viel kann der gar nicht mehr noch oben gehen. Aber so ist das eben, wenn man ein schnelles Team um sich herum zusammenstellt. Plötzlich ist die Angst da, dass man selber ---- zu langsam ist. Oder wie ein Teammitglied einmal sagte: Du bist ein Opfer deines eigenen Organisationstalentes... Nett ausgedrückt. Schöne Worte nützen aber nichts im Moment. Denn er müsste doch JETZT kommen. (Peter Greutmann)

Diese Vorstellung macht mich so nervös, dass ich früher als je zuvor am Start eintreffen. Wie üblich passt sich meine Wahrnehmung der aktuellen Stimmung an: Wohin ich schaue, ich sehe überall nur Spitzenläufer: Gewinnertypen mit 0%-Fettanteil, wie gemacht für ein Foto-Finish. Wer so früh hier ist wie ich, muss ein Leader sein. Ich stehe als einer der ersten in meinem Startblock. Links und rechts von mir spannt sich hochpreisiges Polyamid über Siegertorsos. Die Windhunde stehe bereit und - Laune des Schicksals - ich bin auch dabei. Der Lautsprecher verkündet die ersten Nummern…28, 377, 189, 201…1-2-3! Das bin ich! Verrückt! (Sandro Murchini)

30 Sekunden. Positiv denken! Heute, heute ist der Tag. Alles stimmt. Ideales Wetter. Niemand verletzt, niemand krank. Die Morgencrew auf den Strecken 1-7 war superschnell. Oooooooohhhhmmmm. Mit geschlossenen Augen geniesse ich kurz die warme Sonne, spüre die warme Mailuft auf der Haut, ein Hauch von Flieder steigt in meine Nase. Besser als jedes Doping. Jetzt bin ich mir sicher: Meine Beine werden fliegen, an diesen Lauf, an diesen Tag werde ich noch auf meinem Sterbebett denken... (Peter Greutmann)

Da, da kommt mein Vorläufer, er sieht abgekämpft aus, ich springe auf ihn zu, nehme ihm das Band ab, bravo! ich renne los. (Kathrin Probst)

1 Minute verloren auf den Zeitplan. Da ist es, das Trauma, die Spirale nach unten: Mein Vorläufer hat sich am Fuss verletzt, wegen Übelkeit aufgegeben, war gar nie am Start, hat den Stab verloren, hatte unterwegs die Erleuchtung, dass Laufen wider die Natur des Universums ist und dem Sport überhaupt abgeschworen... Um mich abzulenken, mach ich mich noch auf den Weg, um bei der Getränkeausgabe einen Becher Wasser… --- „Sechshundertachtund…vierzig“. (Peter Greutmann)

Und dann geht’s schon los. Nicht zu schnell, sonst brichst du ein! Die Ersten überholen. Macht nichts, die holst du dann wieder auf der zweiten Streckenhälfte! Auf die Atmung konzentrieren, den Rhythmus halten. (Beat Hess)

Ich wundere mich nur noch kurz, wie viel Adrenalin eine simple, dreistellige Zahl in einem Menschen zur Ausschüttung bringen kann. Dann denke ich gar nichts mehr, nehme nur noch schemenhaft die 900 Läufer/innen wahr, die hinter mir herumtänzeln, warten, warten MÜSSEN, aber ich, ich darf schon in der Übergabezone stehen – dann kommt mein Vorläufer um die Ecke, er hat alles gegeben, gibt mir den Stab, ein kurzer Schlag seinerseits auf meine Schulter, sein Go! Go! Go! hallt noch einmal in meinem Schädel nach, dann drehen die Beine wie von alleine, es ist wie Fliegen, auf der leicht abfallenden Asphaltstrasse nehme ich Tempo auf, was kümmert mich das Morgen, jetzt, jetzt ist alles alles gut... (Peter Greutmann)

 

Ich bin das erste Mal dabei und langsam finde ich meinen Rhythmus. Strecke sechs, runter Richtung Stadt. Kurz vor den ersten Häusern sehe ich einen älteren Mann im Schrebergarten handwerken. Ich grüsse ihn. ‚Nuno driisg Kilometer’ sein verschmitzter Kommentar. Bin froh, habe ich meine Strecke studiert. (Martina Melcher)

 

Bloss nicht zu schnell, ein typischer Anfängerfehler. Obwohl ich längst keine Anfängerin mehr bin. Diese Lust, sofort alles zu geben. Vor den Augen der Herumstehenden, das spornt an. Nicht nur mich. (Kathrin Probst)

 

Oh, Bärlauch grüsst scharf und intensiv in der Nase. Überall. Dann rechts ein junger Mann im Garten, der uns anfeuert. ‚Merci! Schade sind die Himbeeren noch nicht reif’. Er lacht. Am Gestänge hängt eine SOLA-Startnummer. (Martina Melcher)

 

Das erste Drittel ist geschafft. Links und rechts andere Läufer, jeder in seiner eigenen Welt. Es geht um nichts, aber jeder kämpft. Ich bin Teil des Ganzen. Aber ganz allein. Der Berg wird steiler. (Beat Hess)

 

Grün, so weit der Atem stöhnt. (Sandro Murchini)

 

Zwei Mütter warten mit den Kindern, die Väter sind unterwegs. Lächeln. Werden sie in zwanzig Jahren auch laufen und dann erzählen, dass schon ihre Väter diese Strecke gelaufen sind? Es wird steiler. (Beat Hess)

 

Ich laufe - ohne Witz - völlig alleine durch den Wald. Ich denke: So fühlt es sich also an in der Pole Position. Ich in Senna, ich bin Indurain, ich bin der erste Römer in der Dreiecksformationen der Asterix-Comics. Vor mir kein Schwein, nur grüner Wald. (Sandro Murchini)

 

Es ist ruhig, niemand spricht. Nur lautes Keuchen. Der Wald ist zu Ende, der erste Blick über den Zürichsee und in die Berge. Der Lärm der Übergabestelle Üetliberg kommt rasch näher. (Beat Hess)

 

Bald kommt der erste Anstieg, da verlangsamt sich das Tempo automatisch. Den Atem beruhigen, seinen Rhythmus finden. Hoch, hoch, hoch, ich weiss es, ich habe mir das Streckenprofil am Vortag angeschaut. Die ersten paar Kilometer wie eine Wand, die überwunden werden muss. (Kathrin Probst)

 

Überall die jungen Volontiers in Knütschgelb. ‚Merci für den Einsatz’. Perplexe Blicke fast immer. Unter der Mittagssonne und nach zig Hundert vorbeiziehenden Läufern wohl halb im Delirium. Oder bei den Läufern unüblich zu danken, da sie den Gedanken nach hängen. All die Dialoge im Kopf. Engel und Teufel. (Martina Melcher)

 

Wo sind sie, die laufwütigen ETH-Alumni? Die Überschall-Runners mit den Team-T-Shirts? (Sandro Murchini)

   

Am Wegrand bemerke ich ein kleines gelbes Schild mit der Nummer 4 und denke, nein, es kann nicht sein, dass ich erst vier Kilometer gelaufen bin. (Kathrin Probst)

 

Wasser-Iso-Station. ‚Ja gern. Wasser’ ‚Hey!’ den kenn ich ja. Aus dem La stanza. Oh, da werde ich morgen den besten Espresso der Stadt schlürfen und Zeitung lesen. Morgen.

Doch jetzt über die Strasse. Der Fahrer des Mercato-Lasters winkt, lacht herzlich und grüsst. Big smile. Mein Laufstil ist also noch ok. (Martina Melcher)

 

Der Durst brennt im Hals, ich möchte in kaltes Wasser springen, schwimmen. Neben mir, hinter mir schnaubt es, spuckt es, schwitzt es, ich fühle mich animalisch. (Kathrin Probst)

 

Flach, flach nun der Limmat entlang. Mein Ding. Ein Schwimmer mit Surfbrett im Wasser. Ja, morgen gehe ich ins Utoquai. Dies wird meinen Beinen gut tun. (Martina Melcher)

 

Und es geht weiter hoch. Keine Ahnung, wie viel Zeit inzwischen vergangen ist, egal. Oben bei Kilometer 10 steht ein Pärchen und ruft ermunternd, nur noch einen Kilometer, hopp!, ich mag nicht mehr und frage mich, wieso ich mir das überhaupt antue. (Kathrin Probst)

 

Wie kalt die Limmat wohl ist?

Nun doch erst die Steigung. In der Fallgeraden am Bach entlang. (Martina Melcher)

 

Es geht nur noch bergab, nicht hinfallen, bitte locker drein schauen für das Erinnerungsfoto. (Kathrin Probst)

 

Jetzt die Fotocrew. Ich hoffe mein make up sitzt. Als ob ich welches tragen würde. (Martina Melcher)

 

Als ich in der Forch unter den ersten fünfzehn einlaufe, habe ich den Platz des Teams fast halten können. Für einen Moment fühle ich mich wie ein Champagnerkorken: Ich könnte vor Stolz in die Luft gehen - ich schwelge in der Überzeugung, meine beste Klassierung - Rang 122 - unterboten zu haben. (Sandro Murchini)

 

Über die Zeitmessung springen, nach der unbekannten Nachläuferin Ausschau halten, da ist sie, ein Schulterklopfen, alles Gute!, das Band nicht vergessen, geschafft. (Kathrin Probst)

 

Wow!!! Die Berge! Klar und nah und einfach wunderschön. Was für ein Bild! Mein Engadinerinnenherz schlägt schneller. Aifach schön! (Martina Melcher)

 

T 30 Minuten später die grosse Enttäuschung. Ich war langsamer als je zuvor, abgeschlagen auf Platz 280. Ich war so schlecht wie nie! (Sandro Murchini)

 

Und ich bin da. Ein Lächeln, ein Händedruck, und Frank übernimmt. Ich bin im Weg, hier ist die Übergabestelle! (Beat Hess)

 

Da der Einlauf in die Übergabezone. Easy wie mein Schritt

springt mir Schwarz-mit-Aufdruck-Mann entgegen.

‚Have fun!’

Und weg ist er. (Martina Melcher)

 

Seitwärts hat es Platz. Ein junges Päärchen, sie hat auf ihn gewartet. Den Puls sinken lassen. Wie war ich? Wenigstens bin ich nicht eingebrochen! Aber wäre nicht noch ein wenig mehr drin gelegen? (Beat Hess)

 

Ich verpasse irgendwie den Ausgang. Die Treppen runter in den Untergrund. Dann rauf auf der anderen Seite. Geht doch ganz gut die Treppe hoch.

Überall für Männer. Doch da. Frauen. Summend hänge ich meine sieben Sachen an die Haken. Viel Platz und ein innerer Frieden im Bauch. (Martina Melcher)

 

Ein Mami mit drei Kindern, der Vater ist gerade eingelaufen. Ein Kuss. Sie lächelt und fragt, wie es gegangen ist. Ich kühle aus, ich muss weiter! Vielleicht nächstes Jahr wieder? (Beat Hess)

 

‚Hey! Bist Du auch gelaufen?’ Eine Arbeitskollegin von mir grüsst. Entspannter chat.

Ja, ich bin auch schon an der SOLA gelaufen. Heute. Und wahrscheinlich nicht das letzte Mal. (Martina Melcher)

 

Shakespeare sagte, das Leben sein eine Bühne. Damals gab es halt keinen ASVZ. Sonst hätte er gesagt, das Leben sei eine SOLA. (Sandro Murchini)

*Run & Write ist eine Idee des JULL in Zusammenarbeit mit dem ASVZ und dem Festival Abenteuer StadtNatur.

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