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"Die Sonne schien blau!"


Vor rund einem Jahr fingen die Schüler/innen zweier Universikumkurse im Theatermuseum Stok an, Ideen zu sammeln und Figuren zu suchen - unter der Ägide der Lyrikerin Svenja Herrmann (Schreibstrom). Seither sind mit viel Herzblut geschriebene und liebevoll gestaltete Werke entstanden – mal poetisch, mal fantastisch, mal kriminalistisch. Im JULL wurden heute Vernissage dieser handgebundenen Bücher gefeiert. Die Schüler/innen lasen aus ihren Geschichten vor und legten ihre Werke zum Schmökern auf. Hier zwei Zitate aus den Abschlusslesungen:

Ich liebe es, wenn in einer Geschichte Großstädte und viel Verkehr vorkommen. (Thomas)

Tataa, der Vogel war frei und die Sonne schien blau! (Robine)

Und hier Svenja Herrmanns einleitende Worte zu diesem Abend:

Wenn es darum geht, eigene Worte zu finden, geht es auch darum, mit ihnen zu ringen und sich für oder gegen sie zu entscheiden. Und manchmal ringt man dabei mit sich selbst.

Wenn man schreibt, muss man herausfinden, was wirklich ausgedrückt werden soll, was lieber nicht und ob dafür die beste, kreativste, originellste und schönste Formulierung gefunden worden ist.

Interessante Literatur entsteht oft gerade dann, wenn manche Dinge nur angedeutet sind, wenn Handlung und Figuren vielschichtig sind und die Sprache verfeinert ist.

Wenn man sich in einer Gruppe austauscht über das eigene Schreiben, dann gilt es auch zu erfahren, wie der Text auf andere wirkt, ihn zu verteidigen oder die vielstimmigen Feedbacks auszuhalten und das, was einem richtig erscheint, zu übernehmen. Bei solchen Auseinandersetzungen können die Gefühle schon mal über Hand nehmen. Aber man lernt dadurch voneinander und miteinander, und wird von anderen Texten und Ideen inspiriert. Denn Schreiben, weil es so persönlich ist, bedeutet immer auch eine Auseinandersetzung mit sich selbst und mit der Art und Weise, wie man die Welt und das Leben sieht. Wenn man literarisches Schreiben so anschaut, dann geht es dabei immer auch persönliches Wachstum. Deshalb sind all die Punkte zentrale Elemente des Schreibprozesses und der Begabungsförderung. Im Universikumkurs ist die Gemeinschaft wichtig. Mit gemeinsamen Kräften kann die grosse Überfahrt über das Meer der Worte gelingen. Man lernt dabei mit sich selbst und mit den anderen genau zu sein, aber auch tolerant.

Mit der Lesung, die gleich folgt, präsentieren die Kinder Ausschnitte aus ihren Büchern und somit Ausschnitte der ein Jahr langen und aufregenden literarischen Seereise, die alle geschafft haben. Dazu möchte herzlich gratulieren! Und das muss gefeiert werden!

Viele Abenteuer galt es dabei zu bestehen und wir erfahren jetzt etwas über Wind, Wasser, Luft und Liebe, tauchen ein in die Welt merkwürdiger Tiere und in die von Teufelchen und Drachen, lauschen katzenhaarigen Geschichten, hören Worte wie „Miau, Juhu, Husch“, die nicht nur eine kleine Rolle spielen und erleben „waschechte“ Grossstadt-Abenteuer.

Ich möchte mich herzlich bei dem Jungen Literaturlabor bedanken, das uns heute grosszügig Gastrecht gewährt und über mehrere Monate die Veranstaltungsvorbereitung mitgetragen hat.

Einführung von Svenja Herrmann: Universikum-Lesungen am 5.7.2016


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